Verband der Pony- und
Pferdezüchter Hessen e.V.
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ZUCHT
Hengste
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Verband der Pony- und Pferdezüchter Hessen e. V.

Merkblatt Körung

Diese Hinweise sollen dem Züchter die Vorbereitung und der Körkommission die Beurteilung der Hengste erleichtern.

Vorbereitung

Impfen
Die Grundimmunisierung gegen Influenza ist Pflicht (zweimalige Impfung im Abstand von 4-6 Wochen, letzte Impfung mindestens zwei Wochen vor dem Körtermin).

Versicherung
Eine Haftpflichtversicherung für den Hengst ist erforderlich.

Training
Das Training des Hengstes soll sich an die Grundausbildung eines jungen Reitpferdes anlehnen. Doping ist in keiner Form erlaubt. Darauf ist bei dem Verfüttern von Zusatzfuttermitteln zu achten. Auch unsportliche und tierschutzwidrige Trainingsmethoden oder Manipulationen sind nicht zulässig und können den Hengst von der Körung ausschließen.

Herausbringen
Ein guter Futter- und Pflegezustand sollte selbstverständlich sein, einschließlich der Langhaar- und Hufpflege. Rassetypische Merkmale sind zu berücksichtigen, z. B. ob die Mähne eingeflochten wird oder nicht. Grundsätzlich ist ein kurzes, glattes Fell von Vorteil, so dass rechtzeitiges Eindecken und ggf. Scheren des Hengstes erforderlich werden kann. Bei allen Rassen ist das Ausrasieren der Ohren und Entfernen der Tasthaare an Augen und Maul verboten.

Körung

Ausrüstung Vorführer und Helfer
Sowohl Vorführer als auch Helfer/Peitschenführer sollten in den Verbandsfarben gekleidet sein (roter Verbandspulli, weiße Hose). Als Treibhilfe ist eine normale Gerte oder Peitsche erlaubt, die aber möglichst sparsam eingesetzt werden sollte. Nachteilig sind an der Peitsche befestigte „Rascheltüten“ oder andere akustische Hilfsmittel.

Ausrüstung Hengst
Jede Vorstellung erfolgt mit Trense (Gebiss nur Wassertrense doppelt oder einfach gebrochen in Metall, Gummi oder Nathe; Olivenkopf- oder D-Gebissringe erlaubt), die passend und richtig verschnallt sein muss. Zum Freilaufen sollten Zügel mit Schnappverschluss (Karabinerhaken) verwendet werden.

Beim Freispringen sind an den Vorderbeinen Gamaschen oder Bandagen (auch Springglocken) erlaubt. An den Hinterbeinen sind nur Streichkappen gem. § 70 C.II LPO erlaubt (innen nicht höher als 16 cm, außen nur Klettverschluss mindestens 5 cm breit, glatte Innenstruktur). Ein einfaches kurzes Seil ohne Haken dient zum Anführen an die Springreihe.

Vorstellung an der Hand
Der Hengst muss eingemustert, also an das Aufstellen und Führen mit Trense gewöhnt sein. Eine optimale Präsentation ist unmöglich, wenn der Hengst dem Vorführer nicht gehorcht oder im Tempo nicht zu regulieren ist.

Zur Beurteilung im Stand wird der Hengst etwa 5-6 Meter von der Kommission entfernt aufgestellt (hinter der Stange). Dabei soll er alle vier Beine belasten und ruhig stehen bleiben. Die Beinstellung ist offen, d.h. die beiden dem Betrachter zugewandten Beine sind etwas nach vorn bzw. hinten gestellt, so dass alle Gliedmaßen zu sehen sind. Der Vorführer steht vor dem Pferd und hält die Zügel mit beiden Händen.

Zur Vorstellung im Schritt und Trab nimmt er die Zügel in einer Schlaufe in die rechte Hand, so dass die linke Hand frei bleibt zum Parieren oder Wenden. Der Vorführer geht links neben dem Pferd etwa in Schulterhöhe und präsentiert die Bewegungsmöglichkeiten möglichst vorteilhaft, weder übereilt noch festhaltend und „in den Zügeln hängend“. Alle Wendungen werden nach rechts durchgeführt. Der Peitschenführer folgt mit genügend Abstand auf der gleichen Seite wie der Vorführer.

Freilaufen
Das Freilaufen dient dazu, die Gangarten Trab und Galopp auf beiden Händen möglichst vorteilhaft zu präsentieren. Dieses muss ebenfalls vorher geübt werden, so dass der Hengst sich selbstverständlich und ohne Angst in der ganzen Bahn bewegt. Auch hier ist die Peitsche so wenig wie möglich einzusetzen (s. o.).

Freispringen
Der Hengst muss mit dem Ablauf des Freispringens vertraut sein, so dass er willig an diese Aufgabe herangeht. Das Freispringen erfolgt auf der linken Hand mit „Anlehnung“ an die Bande. Aufgebaut wird eine Reihe standardmäßig mit drei Sprüngen (Kreuz – Steilsprung – Steilsprung/später Oxer) im Abstand von etwa 7 m (Reitponyrassen). Alle Hengste werden zum Springen angeführt.

Empfohlen wird am Vortag der Körung das Probe-Freispringen mit ein bis zwei Durchgängen zur Gewöhnung an die neue Umgebung.


Foto: Holger Reimann


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