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Verband der Pony- und
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Fohlen
Islandfohlenreise 2009
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6. Hessische Islandpferde- Fohlenreise 2009

Das alljährliche züchterische hessische Highlight im Islandpferdebereich liegt hinter uns: die diesjährige Hessische Fohlenreise ist erfolgreich beendet.

Der damit verbundene Stress und alle Anstrengungen sind vergessen, das für eine Woche aufgekommene Zigeunergefühl des reisenden Teams ist der normalen Beschäftigung gewichen und die Verantwortlichen schlafen wieder entspannt in ihren eigenen Betten.


Elda von der Igelsburg 8,08 

Auch die Fohlen haben sich sicherlich vom Prüfungsstress erholt und sind gesund und munter wieder zu Hause auf der Wiese. Es war natürlich anstrengend für die noch jungen Pferde, sich dem Richter gekonnt zu präsentieren und das gelang leider auch nicht jedem Fohlen.

Die Fohlenprüfungen sind natürlich Momentaufnahmen, die manchmal sehr gut gelingen und manchmal eben auch nicht, je nach herrschenden Einflüssen wie dem momentaner Wachstumszustand, dem Wetter oder irgendeiner zufälligen Befindlichkeit des jeweiligen Fohlens. Schließlich beurteilen und sehen wir in diesem kurzen Augenblick Tiere und keine Maschinen…

Noch einmal lasse ich die Pferdekinder in Gedanken vor meinem geistigen Auge vorbeiziehen: Manche präsentierten sich gut aufgerichtet in stolzer Haltung mit großen hoch- weiten Gängen, ja sie schwebten geradezu über die Bahn und benötigten dabei kaum einen Fuß am Boden,während andere mehr oder weniger unauffällig aber dennoch teilweise flink dahin
wuselten ohne einen besonderen Eindruck zu hinterlassen. Viele ältere Fohlen waren zu dieser schon recht fortgeschrittenen Jahreszeit überbaut, sodaß der Gang und der gesamte Eindruck manchmal dadurch beeinträchtigt wurde, aber alle waren sie gut und altersentsprechend entwickelt und machten ihren Züchtern alle Ehre.

165 Fohlen wurden auf 11 verschiedenen Plätzen hessenweit an 5 Tagen vom 14. – 18. September 2009 dem Richter vorgestellt, 19 Stuten und 4 Hengste wurden zu einer Basisprüfung vorgestellt als Grundlage für einen Eintrag in das Stutbuch I oder als Vorbesichtigung für die Hengste zur Körung. Zum 2. Male richtete Alex Conrad , deutscher Materialrichter des IPZV und stellvertretender Zuchtleiter des Islandpferde- Reiter- und Züchterverbandes e. V. (IPZV e.V.) die hessischen Islandpferdefohlen. Die Rechenstelle betreute wie gewohnt Simone Martin und ich als Hessische Landeszuchtwartin hatte als Richterschreiberin das vorläufige Ausfüllen des Richtbogens (natürlich kontrollierte der Richter noch einmal alle Ergebnisse, bevor er einen Bogen unterschrieb) und die Organisation übernommen. Der Hessische Pony- und Pferdezucht- Verband begleitete wie immer die Fohlenreise zum Eintragen und Kennzeichnen der Fohlen.


Asi von der Igelsburg 8,15  
Die Meßlatte war wie von Alex Conrad gewohnt sehr hoch gelegt: schließlich sollen die Fohlen in einigen Jahren bei einer gerittenen Materialprüfung unter dem Sattel möglichst ähnliche Noten für das Exterieur und die Gangveranlagung nach dem Internationalen Beurteilungsschema für Islandpferde (FIZO) erreichen. Eine Endnote von 7,5 unter dem Sattel wäre dabei ein durchschnittliches Ergebnis, eine Bewertung von 7,8 ist schon recht beachtlich und eine Note von 8,0 und mehr (Elitebereich) ist für einen 4-Gänger (Schritt, Tölt, Trab, Galopp) sehr schwer zu erreichen (mindestens 8,5 – 9 für die einzelnen Gänge) und auch für einen 5- Gänger (Schritt, Tölt, Trab, Galopp und Rennpass) ist eine Gesamtnote über 8,0 nicht einfach zu erzielen.

Um diesen magischen Bereich von 8,0 oder mehr zu erreichen, ist neben einer guten Gangveranlagung auch eine hohe Gebäudenote eine wichtige Vorraussetzung.

Um den Züchtern noch mehr Info rmationen über die Pferde an die Hand zu geben und nach Möglichkeit zukünftig eine digitale internationale Auswertung nicht zuletzt auch über den Eintrag von Erebnissen in den WorldFengur zu ermöglichen, fand der neu erarbeitete, lineare Bogen Verwendung. Die Ausfüllung dieses Bogens erforderte dabei etwas mehr Zeit als sonst.



Reifur von der Igelsburg (Foto oben) 8,26  und Kjói Schloss Nienover 8,26 -> bestes Hengstfohlen der hess. Fohlenreise
Da die Fohlenbeurteilung stets eine Momentaufnahme (wenn auch für den Züchter eine sehr wichtige) ist, werden ganz hohe Noten nur in Ausnahmefällen vergeben. Immerhin hat das junge Pferd den größten Teil seiner Entwicklung mit vielen Unwägbarkeiten noch vor sich und kein noch so gut geschultes Richterauge kann in die Zukunft schauen.

Unter dem Reiter zeigt ein erwachsenes Pferd eine deutlich beständigere, abrufbarere Leistung, von daher erfolgt die Notenvergabe bei den Fohlen und Jungpferden auch durch den erfahrenen Richter stets eher zurückhaltend, schließlich soll ein Pferd seine höchste Note bei einer Materialprüfung nicht gerade als Fohlen erhalten.

Unter den Gesichtspunkten – unterdurchschnittlich (Bereich unter 7,5);

- durchschnittlich (Bereich 7,5); - überdurchschnittlich (Bereich deutlich über 7,5 etwa ab 7,75); - Elite (Bereich ab 8,0);  waren die Ergebnisse der Hessischen Fohlenprüfungen besonders erfreulich: Lediglich 4 Fohlen lagen mit ihrer Endnote im unterdurchschnittlichen Bereich, d. h. unter 7,5. Weitere 6 Fohlen erhielten eine Note von ca. 7,5 (durchschnittliches Ergebnis), 12 Fohlen ereichten eine Note um 7,6 und 33 Fohlen wurden mit ca. 7,7 und

weitere 50 mit 7,8 bewertet. Den Sprung in die Region von 7,9 und damit mindestens eine Note von 8,0 für eine der 3 geprüften Qualitäten (Interieur, Exterieuer und Gang) schafften immerhin 27 Fohlen und den Elitebereich von 8,0 und besser ereichten sogar 24 Fohlen, eine wirklich beachtliche Anzahl, herzlichen Glückwunsch an die Züchter! Alle Ergebnisse incl. der Richtersprüche und der Abstammungen finden sich im Internet unter

www.islandpferdehof-habichtswald.de und unter www.ipzv-hessen.de

Nun zu den Beurteilungen auf den einzelnen Plätzen:

Die Fohlenreise begann in diesem Jahr am Montag, den 14. September im Odenwald. Nach einer geruhsamen Nacht in den gemütlichen Zimmern auf dem Gestüt Kreiswald begann der erste Tag der Fohlenreise: Familie Schmidt hatte wie gewohnt alles bestens und sehr gastfreundlich vorbereitet und es sich nicht nehmen lassen sogar das Wetter zu organisieren.

So konnte der Richter und die Rechenstelle durch einen Sonnenschirm bzw. einen Pferdehänger vor einem kurzen Schauer behütet gutgelaunt sich den 18 Fohlen und 5 Basisprüfungen widmen. 2 Stutfohlen beeindruckten besonders: Spuming vom Kreiswald, eine Tochter des Dalvar frá Adsholtshjáleigu, mit einer Endnote von 8,05 (Interieur und Typ 8,0; Exterieur 8,0 und Gang 8,1) als Siegerfohlen auf dem Platz und Sekunda vom Kreiswald, ebenfalls eine Dalavar- Tochter, mit einer Note von 7,97. Bestes Hengstfohlen war Segull vom Kreiswald von Siggi vom Kreiswald, mit einer Endnote von 7,92 (Interieur und Typ 8,0; Exterieur 7,9 und Gang 7,9).


Geisli von der Igelsburg 8,16  
Über die Ju- Höhe führte uns der Weg zügig nach Bensheim. Wie in jedem Jahr wurden wir an der Reithalle der Familie Hiesinger auf das Herzlichste von Jung und Alt von Züchtern und Helfern und einer unglaublich hohen Anzahl von Zuschauern begrüßt, man wusste kaum, wem man zuerst die Hand schütteln sollte und wo man noch Platz zum Laufen fand. Überall saßen Zuschauer und Kinder auf der Bande und den Strohballen rund um die Halle.

Das Treiberteam war wie in jedem Jahr unschlagbar engagiert und jedes vorgeführte Fohlen wurde mit reichlich Applaus bedacht. Baldur hieß am Ende das Siegerfohlen, ein Sohn von Hjálmar frá Varnsleysu  aus der Vaenga von der Sonnenwende mit einer Endnote von 8,20 (Interieur und Typ 8,20; Exterieur 8,20 und Gang 8,20) zeigte sich in beeindruckender Form. Baldur ist im Besitz von Antje Elzer. Er war dicht gefolgt von seiner Halbschwester Arfa- Vinda von der Sonnenwende (ebenfalls eine Tochter von Hjálmar frá Varnsleysu) mit einer Endnote von 8,19 (Interieur und Typ 8,10; Exterieur 8,30 und Gang 8,20) Diese kleine Stute wurde gezüchtet von Anette Hissting.

Nach einem geselligen Abend in der nah gelegenen Pizzeria warteten am Dienstagmorgen auf den Orlitzhöfen 23 Fohlen und einige Basisprüfungen auf uns. Die gastgebende Familie Vilz hatte wie in jedem Jahr die Halle bestens vorbereitet und die Prüfungen liefen dank des Engagements aller Beteiligten zügig ab. 3 Fohlen erreichten den Elitebereich, 2 Nachkommen des Arison vom Sarinhof aus der Zucht von Monika Tietmeyer- Vilz und ein Sohn des Djáknar frá Hvammi, „Longant vom kleinen Wiesgarten“ aus der Zucht der Familie Schönwetter. Mit 8,24 Punkten wurde Rökkvadis vom Orlitzhof Siegerin dieser Prüfung mit 8,24 Punkten (Interieur und Typ 8,40; Exterieur 8,10 und Gang 8,20). Mit dieser Punktzahl ist Rökkvadis außerdem das beste Hessische Stutfohlen 2009 und gleichzeitig Hessische Reservesiegerin des Fohlenchampionates 2009. Herzlichen Glückwunsch an die Züchterin und Besitzerin Monika Tietmeyer- Vilz!


Rökkvadis vom Orlitzhof 8,24 -> bestes Stutfohlen der hess. Fohlenreise
Den Dienstagnachmittag verbrachten wir im so genannten „Wilden Westen“. Die Fohlenprüfung fand dieses Jahr in Elbtalaue- Dorchheim auf dem Gestüt Lindenhof statt, wofür wir uns bei allen Organisatoren und der Besitzerin der Anlage bedanken. Wie in jedem Jahr erlebten wir wieder ein besonders lauffreudiges, engagiertes Treiberteam, das den Pferden auf der Natur- Bahn mit viel Einsatz zu flinker Vorstellung und dem Richter zur Urteilsfindung verhalf.

Den Sieg auf dem Platz trug Darri vom Homberg davon, ein Sohn von Eldur vom Schwäbischen Wald, mit einer Endnote von 8,08 (Interieur und Typ 8,1; Exterieur 8,0 und Gang 8,1). Darri ist gezüchtet und im Besitz von Ulrike Ketter. Katla vom Fjakk- Hof von Vaskur vom Hammersdorf zeigte sich mit 8,05 (Interieur und Typ 8,1; Exterieur 8,1 und Gang 8,0) ebenfalls von ihrer besten Seite als bestes Stutfohlen, Züchter ist Franz- Josef Kaiser.

Die Nacht zum Mittwoch verbrachten wir auf dem Akazienhof der Familie Fedorov im Schatten des Feldberges, vielen Dank nochmal für die gastfreundliche Aufnahme.

Am nächsten Morgen wurden 6 Fohlen dem Richter präsentiert: Wir sahen mehrere recht ansprechende Nachkommen von Blaer vom Birkenhof. Siegerfohlen wurde mit 7,98 Punkten Dista vom Akazienhof (Interieur und Typ 8,0; Exterieur 7,9 und Gang 8,0), eine Tochter des Bakkus aus der Dögg vom Akazienhof .

Um 12:00 Uhr erwartete uns für den Nachmittag das engagierte Team des Hirtenhof es rund um Familie Leibold. Nach einer kurzen Besichtigung des vor einiger Zeit neu bezogenen Hofes wendeten wir uns den Fohlen- und Basisprüfungen zu: 19 Fohlen- und 4 Basisprüfungen waren zu absolvieren. Als Sieger ging das Hengstfohlen Kolbeinn vom Hirtenhof mit einer Endnote von 8,04  vom Platz. Kolbeinn ist ein Sohn des bekannten Fünfganghengstes des Gestütes Hirtenhof „Abel vom Gut Tiergarten“ aus der „Josi vom Gut Tiergarten“. Er erhielt folgende Bewertungen im Einzelenen: Interieur und Typ 8,2; Exterieur 7,9 und Gang 8,0. Gut präsentierte sich auch Hervar vom Hirtenhof mit 7,98 Punkten, bestes Stutfohlen wurde Lena vom Hirtenhof , eine Tochter des Jöfur frá Blesastödum 1 A mit einer Note von 7,91.


Glenna von der Igelsburg 8,02
Auf dem Gestüt Schlossberg ging es am Donnerstagmorgen um 8:30 Uhr weiter: 21 Hengst- und 7 Stutfohlen warteten auf den Richter neben einigen Basisprüfungen. Zu unserer Freude erreichten 8 der Fohlen den Elitebereich, interessanterweise waren es alles Hengstfohlen. Das beste Stutfohlen Þokka vom Hollergarten, eine Tochter von Muni frá Kvistum, erreichte eine Endnote von 7,93. Siegerfohlen wurde Hadingur vom Schlossberg, ein beeindruckender, kraftvoller Graufalbe von Huginn vom Schlossberg aus der Snúra frá Efra- Seli. Er erreichte eine Endnote von 8,23 (Interieur und Typ 8,3; Exterieur 8,2 und Gang 8,2). Folgende weitere Hengstfohlen erreichten den Elitebereich: Glymur vom Schlossberg von Gustur frá Karri mit 8,20; Mjölnir von der Elschenau mit 8,17 und Hafstein von der Elschenau (beide Söhne des Ljomi von der Elschenau) und Hektor vom Schlossberg von Hlynur frá Kjarnholtum mit 8,10; Vinir von der Elschenau (auch ein Sohn des Ljomi) mit 8,01 sowie Hródur von Amönau (von Hlynur) und Snotri vom Burgtal mit 8,00 Punkten von Hruni vom Schloßberg. Herzlichen Glückwunsch den Züchtern zu diesen tollen Fohlen.

Für die Siegerehrung und das Gespräch mit den Züchtern und Zuschauern blieb auf Schlossberg nur wenig Zeit, da auf dem nächsten Prüfungsplatz weitere 14 Fohlen und 2 Basisprüfungen zu richten waren: Zum 1. Mal fuhren wir auf die Igelsburg zu der bekannten Zuchtstätte von Carola Krokowski in Habichtswald- Dörnberg und wie erwartet sahen wir überragende Fohlen. Auch hier schnitten die Hengstfohlen wieder besser ab als die Stutfohlen: Von den 14 Fohlen erreichten 5 Fohlen den Elitebereich, eines lag mit 7,98 knapp darunter und weitere 4 erhielten eine Endnote zwischen 7,8 und dem Elitebereich, hier wurde also sehr vielversprechende Nachzucht vorgestellt. Wie gewohnt waren hochkarätige Elterntiere zum Einsatz gekommen: Die Zuchtstuten des Gestütes sind qualitätsvolle Mütter, teilweise hochgeprüft. Aus diesen Stuten wurden uns sehr begabte Nachkommen von Heidar frá Medalfelli, Gandur von der Igelsburg, Dalvar von Audsholtshjáleigu und Lykill frá Blesastödum 1A gezeigt.

Bevor es endgültig dunkel wurde sahen wir hier eines der beiden besten hessischen Fohlen dieses Jahrganges. Es wurde uns während eines  wunderbaren Sonnenunterganges vorgestellt mit einer Gesamtnote von 8,26 (Interieur und Typ 8,3; Exterieur 8,1 und Gang 8,3): Reifur von der Igelsburg, ein Sohn des bekannten Viergängers Gandur von der Igelsburg aus der Röst von Kilhrauni.

Wir erlebten mit Reifur von der Igelsburg ein ganz außergewöhnliches Fohlen mit einer fantastischen Präsenz, hoch aufgerichtet präsentierte es sich selbstbewusst und aufmerksam mit feinen Reaktionen bei großen Bewegungen in allen Gängen dem begeisterten Richter und den faszinierten Zuschauern. Bei einem gemeinsamen Essen auf der Igelsburg fand dieser erlebnisreiche Tag ein spätes Ende bei ausführlichem Gedankenaustausch in vielen angeregten Gesprächen.

Der Freitag als letzter Tag der Rundreise forderte dem Team dann alles ab, da wir auf 3 Plätzen zum Prüfen der Fohlen unterwegs waren.

Morgens um 8:30 begannen wir in Habichtswald: hier waren 4 Fohlen und 3 Basisprüfungen gemeldet. Bestes Fohlen war Ísold vom Habichtswald von Fannar frá Kvistum aus der Ísold frá Arbakka mit 7,84 dicht gefolgt von der Fannartochter Elskamin mit 7,80 Punkten.

Danach ging es durch den Reinhardswald über die Weser weiter nach Schloß Nienover in Südniedersachsen. Wir haben seit diesem Jahr nämlich die Hessische Fohlenreise nach Südniedersachsen ausgeweitet, da Mireille van Meer, die Besitzerin dieser wunderschönen Anlage Mitglied, im Hessischen Zuchtverband ist. 9 Fohlen (7 Hengst- und 2- Stutfohlen) warteten hier auf ihre Beurteilung, und wir bekamen außerordentlich qualitätsvolle Pferdekinder zu sehen:

Kjoi von Schloß Nienover war der unangefochtene Sieger auf dem Platz mit einer Gesamtpunktzahl von 8,26 (Interieur und Typ 8,3; Exterieur 8,1 und Gang 8,3. Genau wie auf der Fohlenreise 2007 begeisterte auch dieser Sohn des Fáni frá Hafssteinsstödum aus der Tinna frá Nedra- Vatnshorn den Richter Alex Conrad und alle Anwesenden.

Wir erlebten hier ein ganz außergewöhnliches Fohlen mit einer fantastischen Präsenz, hoch aufgerichtet in allen Gängen präsentierte es sich selbstbewusst und unerschrocken mit feinen Reaktionen bei großen Bewegungen in allen Gängen.

Dasselbe gelang im Jahr 2007 seinem Vollbruder Isbjörn von Schloß Nienover, dem Siegerfohlens 2007 mit exakt derselben Punktzahl. Auch Kjoi gefiel dem Richter Alex Conrad genauso gut wie damals Isbjörn der Richterin Marlise Grimm . Kjoi von Schloß Nienover erreichte 2009 exakt dieselbe Gesamtpunktzahl von 8,26 (Interieur und Typ 8,3; Exterieur 8,1 und Gang 8,3) wie im Jahr 2007 sein Bruder Isbjörn. Isbjörn war das am höchsten bewertete Fohlen der gesamten Tour mit genau derselben Endpunktzahl von 8,26: Isbjörn erhielt 2007 genau wie Kjoi 2009 8,30 für das Interieur, 8,10 für das Exterieur und 8,30 für die Gangveranlagung und genau wie Refur von der Igelsburg.

Das 2. Elitefohlen auf Schloß Nienover war Kjarval von Schloß Nienover, ein Sohn des Sjoli frá Dalbae aus der Hnota frá Skammbeinsstödum. Kjarval erhielt eine Gesamtpunktzahl von 8,12 (Interieur und Typ 8,1; Exterieur 8,2 und Gang 8,1).

Das beste Stutfohlen war Jóna vom Büskerhook mit 7,80. Jona ist eine Tochter von Laxness vom Störtal aus der Gletta von Ellenbach, sie wurde gezüchtet und vorgestellt von Dörte Mitgau

In Ellenbach fand die diesjährige Hessische Fohlenreise ihren Abschluß. 13 Hengstfohlen und 11 Stutfohlen sowie 5 Basisprüfungen waren zu absolvieren. Gisela Althans versorgte Teilnehmer, Zuschauer und uns mit Köstlichkeiten und das eingespielte Hofteam zusammen mit dem Chef Stefan Althans sorgte für einen reibungslosen Ablauf. Nur dank der guten Belastbarkeit aller Beteiligten und den hervorragenden Bedingungen auf den Plätzen zuvor, nicht zuletzt in der beleuchteten Halle der Familie Althans und durch zügiges Vorstellen der Fohlen war dieser „Kraftakt“ bis Abends spät zu leisten, da es inzwischen draußen bereits dunkelte.

Folgende Ergebnisse wurden auf dem letzten Prüfungsplatz erzielt: Bei den Hengstfohlen erreichte Ingi vom Habichtswald, ein Sohn des Hlynur frá Kjarnholtum, mit 7,90 Punkten (Interieur und Typ 7,9; Exterieur 7,9 und Gang 7,9) dicht gefolgt von 2 Hengsten mit 7,88 Zählern: Riaan von Neufriemen, einem Sohn des Naskur von Oed und Fengur vom Ellenbach von Refur vom Ellenbach. Das beste Stutfohlen mit 7,95 war Naela vom Ellenbach von Tamin vom Schönhorst, Kimni vom Ellenbach bekam 7,91 und Náttdis vom Ellenbach 7,88 Punkte.

Damit stehen die Sieger des diesjährigen Hessischen Fohlenchampionates fest: Erstmalig seit 6 Jahren sind 2009 auf der Hessischen Fohlenreise 2 punktgleiche Championatssieger zu beglückwünschen: Reifur von der Igelsburg und Kjoi von Schlüß Nienover, beide bewertet mit 8,26. Wir erlebten in beiden Fällen zwei ganz außergewöhnliches Fohlen mit einer fantastischen Präsenz, hoch aufgerichtet in allen Gängen präsentierten sie sich souverän und selbstbewusst dabei unerschrocken mit feinen Reaktionen bei großen Bewegungen in allen Gängen dem begeisterten Richter und den faszinierten Zuschauern. Es gab begeisterten Applaus für diese tollen Fohlen.

Mein besonderer Dank hessenweit gilt hier noch einmal den Veranstaltern vor Ort für die großzügige Gastfreundschaft, den Züchtern für ihr Engagement und den unermüdlichen Helfern und den flinken Treibern für ihre Einsatzbereitschaft. Ohne den stets froh gelaunten gut belastbaren Richter Alex Conrad und unsere versierte „Rechenfee“ Simone Martin wäre eine solche Veranstaltung nicht durchführbar, auch ihnen allen nochmals ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle. Außerdem möchte ich die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Hessischen Pony- und Pferdezuchtverbandes e. V. erwähnen. Der besonders geschmackvolle diesjährige Glas-Pokal des Verbandes für das jeweilige Siegerfohlen auf den einzelnen Prüfungsplätzen soll hier besondere Erwähnung finden.

Obwohl die Notenergebnisse auf den verschiedenen Plätzen teilweise recht unterschiedlich ausfielen, zahlt sich jetzt das sechsjährige Engagement aller Beteiligten aus. Von Jahr zu Jahr werden mehr Pferde geprüft und das Interesse der Züchter und Zuschauer wächst ständig. Als nächstes steht eine Aufarbeitung der in den letzten 6 Jahren während der Fohlenreisen gesammelten Ergebnisse an: Wie entwickelten sich die geprüften Fohlen weiter? Welche Noten ereichten sie bei Jungpferde- Material- oder Basisprüfungen? Wie zeigen sie sich unter dem Sattel? Gibt es hier evtl. vergleichbare lineare Ergebnisse? All das werden wir in der nächsten Zeit anpacken und hoffen auf weiterführende Erkenntnisse.

Der Rückblick auf diese 5 Tage unterwegs in Hessen zeigt deutlich ein besonders erfreuliches Ergebnis der Fohlenreisen: Die Qualität unserer Fohlen hat sich zunehmend verbessert. Dem Richter Alex Conrad war es besonders wichtig, die Benotung an die späteren Faktoren der internationalen gerittenen Prüfung nach FIZO anzulehnen . Manchen Züchtern mögen einige Bewertungen deshalb besonders streng erscheinen, die vergebenen Prädikate waren dadurch jedoch gut erklärbar und nachvollziehbar. Die öffentliche Kommentierung der Vorzüge und Nachteile der einzelnen Fohlen und die damit gleichzeitig verbunden Fortbildung aller Beteiligten, der Vergleich der Nachkommen aus den verschiedenen Zuchtlinien und der transparente Umgang mit den Notenergebnissen lässt die Züchter ihre Zuchtplanungen zunehmend sorgfältiger überdenken und führt in vielen Fällen zu einer sichtbaren qualitativen Verbesserung der Zuchtergebnisse. Von daher freue ich mich jetzt schon wieder auf die Fohlenreise im Jahr 2010.

Maria- Magdalena Siepe- Gunkel

-          Hessische Landeszuchtwartin IPZV


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