Ponys und Pferde
Verband der Pony- und
Pferdezüchter Hessen e.V.
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VERBAND
Jahresbericht 2009
Jahresbericht über das Geschäftsjahr 2009
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Meine Damen und Herren,

verehrte Züchterinnen und Züchter, die Verpflichtung Ihnen jedes Jahr Bericht zu erstatten, zwingt dazu, Rückschau zu halten.

Immer wieder muss man sich die Frage stellen, war es ein erfolgreiches Jahr? Was müssen wir als Verband ändern, verbessern  oder auch gänzlich neu gestalten?

Bei objektiver Betrachtung glauben wir aber, dass der Verband seine fach- und sachbezogenen Aufgaben erfüllt hat und wir Ihnen, verehrte Züchter, hoffentlich den Eindruck einer Gleichberechtigung aller der von unserem Verband betreuten Rassen, vermitteln konnten. Trotz einem schwierigeren Umfeld haben wir das Jahr 2009 positiv abgeschlossen. Wir stehen im Moment noch auf einem soliden Fundament.

Wenn auch die Entwicklung der Mitglieder- und Stutenzahlen weiterhin zu Sorgen Anlass gibt, so hoffen wir, dass bei einer wieder besseren wirtschaftlichen Situation, hoffentlich mehr Züchter für unseren Verband begeistert werden können. Vielleicht hilft uns auch unsere aktive Jungzüchterarbeit später, den einen oder anderen als neuen Züchter/in und Mitglied  zu gewinnen.

Vorsitzender Kurt Hillnhütter

Im Bereich der Vermarktung ist unser Verband als Gesellschafter der Ponyforum GmbH, einer Kooperation der Verbände Schleswig- Holstein, Hannover, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Partner einer erfolgreichen und zeitgemäßen Verkaufsplattform.

Offenheit und Vielfalt im Verband spiegeln auch die Tatsachen wieder, dass wir seit dem letzten Jahr mit den Bretonen eine neue Rassegruppe bundesweit betreuen und wir mit über 40 registrierten Rassen sozusagen „multikulturell“ sind.


Eingetragen  sind aktuell heute in unserem Verband 3596 Zuchttiere, Vorjahr 3564 eingetragen. Eine leichte Zunahme über alle Rassen gezählt von ca.1%. Die Mitgliederzahlen  gingen  allerdings wiederum leicht von 1740 auf 1704  (-2,1%) zurück.



Die Rassenanteile der verschiedenen Rassegruppen haben sich gegenüber den Vorjahren nur unwesentlich verändert.

Wie in jedem Jahr haben wir auch jetzt wieder Vergleiche zu unseren Nachbarverbänden angestellt  und wir beobachten sehr genau den bundesweiten Trend bei der Entwicklung der Bestandszahlen.

Wenn wir auch nach wie vor an zweiter Stelle im bundesweiten Vergleich aller Zuchtverbände liegen, bei einem prozentualen Anteil von ca. 10,7 %, so ist aber doch der weitere Rückgang um minus 2,5 % im gesamten Bundesgebiet zu beachten.

Auch ein Vergleich auf der Basis der Süddeutschen Zuchtverbände (AGS), wo unser Anteil bei ca. 28 % liegt, zeigt der Stutenbestand bei allen Rassen, außer der Rasse Isländer, eine rückläufige Tendenz.

Unsere Mitgliederbefragung sollte für uns Hilfe sein, wo die Sorgen und Nöte unserer Mitglieder zu suchen sind, welche Anregungen und Vorschläge für eine Aktivierung unserer Verbandsarbeit empfohlen und welche Verbesserungs-vorschläge wohl gemacht werden.

Von 1750 verteilten  Fragebogen  hatten wir leider nur einen sehr geringen Rücklauf  von ca. 2, 75%. Wir hatten uns  Anregungen erhofft, die leider in der von uns erwarteten Form ausgeblieben sind. Einige Bemerkungen sind allerdings unter der „Gürtellinie“ und bringen  einen ehrenamtlich Tätigen zum Nachdenken. Waren wir bisher der Meinung, dass wir alle im gleichen Boot sitzen und auch einen gemeinsamen Kurs halten, so scheint dies in Einzelfällen nicht so zu sein. Aus welchem Grunde auch immer.

Erfreulich bleibt aber die Tatsache bestehen, dass  trotz individualistisch geprägtem Zeitgeist und der materialistisch orientierten Leistungsgesellschaft, es doch einige Mitglieder gibt, die zu einer ehrenamtlichen Mitarbeit bereit sind. Wir haben ja bewusst die Befragung anonym gestaltet. Es ist uns somit verwehrt, die zu einer Mitarbeit bereiten Mitglieder direkt anzusprechen.  Hier werden wir aber mehr noch als bisher, in unserem Verbandsheft und auch auf unserer Webseite für ein zumindest regionales Engagement aufrufen.

Dem großen Einsatz und der von Passion getragenen Zuchtarbeit der hessischen Fjordpferdezüchter ist es zu danken, dass die heute vorzeigbaren Zuchterfolge bei der Rasse Fjord erreicht werden konnten. Dies wurde nicht zuletzt auch aus Anlass des 35jährigen Jubiläums der IG Fjord mit der Hengstschau auf der Equitana in Essen und der Bundesstutenschau in Alsfeld dokumentiert.

Auch die vielen anderen Rassen zeigten auf ihren bundesweiten oder regionalen Schauen einem interessierten Publikum die Qualität und Eignung ihrer jeweiligen Rasse. Intern wird immer wieder diskutiert, aufbauend auf den Mitgliedern von Vorstand und Zuchtausschuss, Fachtagungen anzubieten, die begleitet von guten Referenten, Anregungen für die eigene Zucht- und Haltungsfragen bieten. Eine immer stärker sensibilisierte Umwelt, ständig neue Gesetze und  Vorschriften zwingen uns auch in der Pferde- und Ponyzucht, uns immer wieder neu zu informieren.

Leider muss festgestellt werden, dass die zunehmenden EU-Gesetze  und die weiteren Vorschriften den Züchtern die Arbeit nicht unbedingt erleichtern. Denken Sie hierbei nur an die neue Viehverkehrsordnung mit der Maßgabe alle Equiden verpflichtend ab 2010 mit einem Transponder zu kennzeichnen und die Bestrebungen der hessischen Tierschützer, den Schenkelbrand gänzlich zu verbieten. Verbotsanträge durch die Tierschützer wurden eingereicht.

Zu bemerken ist, dass seit kurzer Zeit der Schenkelbrand in Dänemark und Polen verboten wurde Alle nach dem 01.07.2009 geborenen  Equiden sind nach Artikel 11 der Verordnung (EG) Nr.504/2008 durch einen Transponder zu kennzeichnen. Verantwortlich für die Kennzeichnung ist nach § 44 der Viehverkehrsordnung der jeweilige Tierhalter. Tierhalter im Sinne der ViehVerV ist derjenige, der Tiere hält. Nach § 26 ist seine Tierhaltung der zuständigen Behörde anzuzeigen und er hat sich um eine Registriernummer für seinen Betrieb mit dem Betriebstyp Pferdehalter, zu bemühen. Der Tierhalter hat die Kennzeichnung durch eine tierzuchtrechtlich  anerkannte Züchtervereinigung oder einen Tierarzt vornehmen zu lassen. Dies bedeutet, dass alle Fohlen ab diesem Jahr mit einem Chip  versehen werden müssen; ein zusätzlicher Schenkelbrand ist aber noch erlaubt.

Für unseren Verband können  sich aber in 2010 organisatorische und administrative Schwierigkeiten ergeben. Wir als Verband dürfen bei dem Züchter/ Halter nur dann tätig werden, wenn eine HIT-Nummer = Betriebsnummer des jeweiligen Züchters/Halters vorliegt. Dem Verband ist es umgekehrt aus Datenschutzgründen nicht erlaubt, die jeweilige Betriebsnummer des Züchters oder Halters bei der zuständigen Datenbank, hier der HVL in Alsfeld, zu erfragen.

Wir möchten deshalb alle Mitglieder auffordern, sich um die Betriebsnummer, soweit nicht schon vorhanden, zu bemühen. Auch alle Halter, die bisher noch nicht registriert sind, müssen nach der Gesetzeslage und EU Verordnung bereits ab 2008 eine Betriebsnummer besitzen. Helfen Sie alle mit, dieses organisatorische Problem zu minimieren, damit es bei für 2010 anberaumten Brennterminen zu keinen Schwierigkeiten kommt. 

Meine Damen und Herren,

auch in der Zukunft werden immer mehr neue Vorschriften  unsere Pferdezucht- und Haltung beeinflussen. Denken Sie nur an den Bodenschutz mit seinem Erosionskataster, den Wasserrahmenrichtlinien, d.h. Grundwasserschutz, Oberflächengewässer, Düngeverordnung mit Lagerkapazität und Ausbringtechnik.

Die Nährstoffbestimmung, Stickstoffbilanz, Humussaldo, Bodenerosion, Bodenschadverdichtung und nicht zuletzt die Landschaftspflege. Dies sind nur einige Schlagworte zukünftiger Verordnungen, die uns alle betreffen.

Verehrte Züchter,
Mit diesem kurzen Überblick  habe ich versucht, ihnen Informationen  über das Geschäftsjahr zu geben und einige Hinweise was evtl. in Zukunft auf uns zukommen wird. Das Zahlenmaterial des Verbandes trage ich Ihnen unter den nachfolgenden Tagesordnungspunkten vor. Weitere Einzelheiten erfahren Sie von den  Herren Solle und Biedenkopf. 

Meine Damen und Herren,
trotz aller Widrigkeiten die uns täglich begegnen, sind wir aber zuversichtlich und mit nach vorne gerichteter Orientierung motiviert genug, auch das neue Geschäftsjahr mit allen auf uns zukommenden Aufgaben konstruktiv und für alle  zufrieden stellend zu erledigen.

Packen wir es gemeinsam an, damit wir auch in 2010 zu einem positiven Abschluss kommen.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.


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