Ponys und Pferde
Verband der Pony- und
Pferdezüchter Hessen e.V.
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VERBAND
Versammlung 2009
Jahresbericht - Mitgliederversammlung 2009
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60 Jahre erfolgreiche Verbandsarbeit

Meine Damen und Herren, verehrte Züchterinnen und Züchter,

gestatten Sie mir noch einmal einen kurzen Rückblick auf sechs Jahrzehnte Verbandsarbeit. Engagierte und bedeutende Persönlichkeiten haben durch ihren erfolgreichen Einsatz in Zucht, Haltung und dem Ankauf von guten Vater- und Muttertieren, zum Teil aus den Ursprungszuchtgebieten, unseren Verband zu seiner heutigen Bedeutung geführt.
Aus kleinsten Anfängen heraus und unter großen Schwierigkeiten, ist der Verband Jahr für Jahr gewachsen und wir  können heute auf eine große Zahl an Mitgliedern und Zuchttieren verweisen.

Die anfängliche Festlegung der Verwaltung und Zuchtleitung nach dem Kriege auf eigentlich zwei Rasseschwerpunkte in Nord- und Südhessen ist überwunden. Auch dürften sich die landmannschaftlichen Unterschiede zwischen Nord- und Südhessen etwas normalisiert haben.

Wer hätte jemals daran gedacht, dass der Verband sich durch laufend zu uns stoßende Liebhaber anderer Rassen und auch durch die Übernahme der Kaltblutzüchter in 2006, wir uns heute mit der Betreuung von fast 40 verschiedenen Rassegruppen beschäftigen.

Hier gilt es aber weiterhin im Sinne einer Gleichbehandlung aller Züchter, sowohl dem Minishetty wie auch z.B. dem Percheron, die gleiche züchterische Betreuung zu Teil werden zu lassen und zu der wir uns verpflichtet fühlen.

Aktuell sind heute in unserem Verband in der Summe 3564 Zuchttiere (davon 3.166 Stuten und 398 Hengste) gegenüber 2007 von 3543 (davon 3149 Stuten und 394 Hengste) bei aktuell 1.740 Mitglieder; 1784 Mitgliedern wurden in 2007 registriert.

Einer leichten Zunahme von 1% bei den Zuchttieren steht aber ein weiterer Rückgang im Mitgliederbereich von  minus 2,5 % gegenüber.

Dieser Zahlenvergleich zeigt, dass weniger Züchter mehr Tiere halten, wie dies statistisch auch aus Bayern belegt ist. Aus dem Amtsbezirk Bad Homburg und den dort vorliegenden Anträgen ist bekannt, dass die Zahl der antragstellenden Betriebe prozentual rückläufig aber die Tierzahlen  um ca. 4,5 % gestiegen ist. Es kommen heute im Ø 19,1 Pferde/Betrieb  gegenüber 2005 mit Ø 17,5 Pferde/Betrieb in Betracht. Ponys sind mit eingerechnet.

                                      

Der weitere  Rückgang unserer Mitgliederzahlen beunruhigt und es ist im Moment nicht sichtbar, wie diesem Trend begegnet werden kann. Es tröstet wenig, wenn auch die FN als Verbandszentrale in ihrem Mitgliederbestand einen Rückgang von 1,7% aufzeigt.

Wir verfügen noch nicht wie die FN über Statistiken wonach der Anteil der männlichen Mitglieder 26,6% gegenüber den weiblichen Mitgliedern von 73,4 % beträgt. Vielleicht haben  wir später einmal ähnliche Statistiken, um evtl. Rückschlüsse zu ziehen und um danach dann spezielle Aktivitäten für unseren Verband initiieren zu können.

Betrachtet man die positive Verbandsentwicklung z.B. von 1987 bis heute, so  muss man aber auch im Detail auf den signifikanten Rückgang im Vergleichszeitraum von 1995 bis 2008 hinweisen. Alleine hier schrumpfte die Mitgliederzahl von  2110 in 1995 auf nunmehr 1740 in 2008,  gleich minus

 18,5 %.

                                                

Der Rückgang der Mitgliederzahlen im gesamten Bundesgebiet schreitet weiter fort und mit einer Tendenz weiterhin fallend.

Im bundesweiten Vergleich konnten wir aber auch in 2007, trotz leicht rückläufiger Zahlen, wieder wie in den Vorjahren, unsere zweite Position behaupten.

                                

Nach wie vor bestimmt die Rassegruppe Isländer mit mehr als einem Drittel unser Verbandsgeschehen. Die Robustrassen sind mit rund 27% und die Reitponyrassen mit 22% beteiligt. Der Rest verteilt sich mit 7% auf die Kaltblüter und bei den restlichen 12% ist eine Vielzahl von verschiedenen Rassen beteiligt                                           

 

Wir müssen zugeben, dass uns im Moment  zündende Ideen fehlen, wie den rückläufigen Mitgliederzahlen begegnet werden kann. Inwieweit wir durch eine intensive Jungzüchterarbeit zu mehr Mitglieder kommen werden, wird sich zeigen, hat doch nicht jeder später die landwirtschaftlichen Voraussetzungen für eine fundierte Ponyzucht oder auch nur für die Haltung. Unsere bisherigen Angebote zu einer aktiven Mitgliedschaft haben leider noch keine große Resonanz gefunden. Vielleicht bieten weitere, über unseren bisherigen Rahmen hinausgehende hippologische Veranstaltungen Interesse und auch für eine evtl. Mitgliedschaft in unserem Verband.

Nachdem sich unser Verband nicht nur im Rassespektrum vergrößert, sondern auch geographisch weiter ausgedehnt hat, gilt es sich zu konsolidieren; evtl. gilt es die Zusammenarbeit mit Nachbarverbänden zu intensivieren oder auch Kooperationen einzugehen. Hier kann überlegt werden, welche Möglichkeiten  in einer gemeinsamen Verwaltung, z.B. in der zentralen Führung von Zuchtbüchern und bei der Ausstellung von Pferdepässen möglich ist.

Ansätze wurden auf süddeutscher Ebene mit Gründung der Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Verbände (AGS) gemacht und weitere Möglichkeiten bietet die Ponyforum GmbH an, an der auch wir gemeinsam mit den Nord- und Süddeutschen Verbänden beteiligt sind.  Eine  weitere evtl. Beteiligung von Sachsen/Thüringen ist angedacht.

Wenn man einmal die Orientierung der Pferdesportler analysiert, so stellt man fest, das 2/3 aller Reiter sich im Freizeitbereich  und nicht im Turniersport bewegen. Wir müssten gerade aus diesem Grunde durch die Vielzahl  unserer Rassen, allen Bedürfnissen gerecht werden können. Hierauf müssen wir vielleicht mehr noch als bisher unsere  Werbemaßnahmen und Aktivitäten hin ausrichten, zumal Untersuchungen gezeigt haben, dass 65% möglicher Käufer direkt bei Züchter ein Pferd/Pony erwerben möchten.

Man muss davon ausgehen, dass sich die Verbandslandschaft verändern wird. Die ständige Ausweitung von Vorschriften und Beachtung von Gesetzestexten macht es uns allen nicht leichter. Denken sie nur an die Tiertransportverordnung mit der damit verbundenen Forderung nach einem Befähigungsnachweis, die Führung von Stallbüchern und jetzt wieder an die neue Vorschrift, die ab Mitte des Jahres 2009 greift, wonach die Equiden verpflichtend elektronisch zu kennzeichnen sind. Eine weitere sich in Vorbereitung befindende Tierzucht-organisationsverordnung (TierZVO) wird es den Verbänden ebenfalls nicht einfacher machen.

Meine Damen und Herren,

wir konnten im Jubiläumsjahr durch eine Vielzahl von Schauen regional und überregional auf die Bedeutung unseres Verbandes aufmerksam machen. Unsere Züchter haben den Verband auf internationalen Schauen erfolgreich vertreten und wir dürfen für uns in Anspruch nehmen, dass wir uns mit unseren Zuchtprodukten durchaus dem Wettbewerb stellen können.

Es darf festgehalten werden, wir hatten ein erfolgreiches Jubiläumsjahr!

Unsere Satzung und Verbandsstruktur bietet den Rahmen für unser Handeln. Sie darf allerdings nicht als ein Instrument benutzt werden, um evtl. bestimmten Personen oder Gruppierungen unangemessene Positionen zu beschaffen.

Gegenwärtig steht der Verband, das darf objektiv festgestellt werden, noch auf einem soliden Fundament und wir brauchen einen Vergleich mit anderen Verbänden nicht zu scheuen. Wir müssen deshalb aber auch weiterhin solide und sparsam wirtschaften, um unser Fundament zu erhalten.

Das Jahr 2009 steht aus heutiger Sicht aufgrund der weltweiten sehr kritischen Finanz- und Beschäftigungskrise unter keinen guten Vorzeichen. Die zunehmende rezessive Beschäftigungssituation in fast allen Branchen wird auch Auswirkungen  auf unseren Verband haben. Dem gilt es Rechnung zu tragen.

Wenn auch die vorliegenden Bedeckungszahlen noch einen zahlenmäßig guten Fohlenjahrgang in 2009 erwarten lassen, sind wir aber alle aufgerufen, der allgemeinen Entwicklung unsere Aufmerksamkeit zu schenken, denn letztlich sitzen wir alle in dem gleichen Boot.

Es gilt  jetzt umso mehr zu überlegen, welche Aktivitäten gemeinsam entwickelt werden müssen, damit  der Stellenwert unseres Verbandes erhalten und der Verband eine weitere gute und positive Entwicklung nehmen kann.

Orientieren wir uns an den Gründungsmitgliedern, die gezeigt haben, dass man mit vereinten Kräften und Einsatzwillen viel erreichen kann.

Verehrte Züchterinnen und Züchter,

mein besonderer Dank gilt wie immer allen aktiven Züchtern, allen Beteiligten im Haupt- und Nebenamt, der Zuchtleitung und Zuchtberatung, allen Veranstaltern von Zuchtschauen etc., die durch ihren persönlichen Einsatz, ihre Treue und Solidarität zu unserem Verband und damit  zu unserem gemeinsamen Erfolg beigetragen haben.

Den Jungzüchtern und deren Betreuern danke ich für Ihren unermüdlichen Einsatz und hoffe sehr, dass der spürbare Enthusiasmus auch in den in 2009 anstehenden Wettbewerben zum gewünschten Erfolg führt.

Herrn Biedenkopf sei gedankt für die Gestaltung unserer Verbandszeitschrift und den gut organisierten Schauen. Insbesondere möchte ich auf die immer wieder sehr gut geschmückte Halle bei unseren Körveranstaltungen im Pferdezentrum hinweisen. Hier sei aber einmal der Hinweis erlaubt, dass wir gegen  aktive Helfer im Vorfeld und auch nach der Veranstaltung keine Einwände haben. Er ist immer wieder bemüht, unsere Mitglieder über die gut gestaltete Internetseite des Verbandes aktuell  und zeitnah zu informieren.

Nicht zuletzt darf ich Frau Junkert meinen sehr herzlichen Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz, für ihre Zuverlässigkeit und Treue zum Ausdruck bringen.

Ich bin bewusst an dieser Stelle nicht auf Detailfragen aus Zucht und Sport eingegangen. Diese Daten werden Ihnen verehrte Mitglieder,  durch die Zuchtleitung und Geschäftsführung übermittelt.

Meine Damen und Herren,

mit dem heutigen Tag geht meine sechste Wahlperiode und elf Jahre vorausgehende und z.T. überschneidende Geschäftsführertätigkeit zu Ende.

Ich habe versucht in dieser langen Zeit, dem Verband zu dienen und allen Züchtern im Sinne einer Gleichbehandlung aller, die gleiche Aufmerksamkeit zu widmen.

Wenn ich den von Ihnen geschilderten Problemen nicht immer die gleiche Wertigkeit geschenkt habe, bitte ich um Nachsicht. Vieles wird auch manchmal aus einer anderen Perspektive gesehen und Geduld ist nicht unbedingt meine Stärke. Nehmen Sie mir aber bitte ab, dass die Verbandsinteressen für mich immer an erster Stelle standen und gestanden haben.

Durch den frühen Tod unseres stellvertretenden Vorstandsmitglied, Herrn Grulich, haben frühere Überlegungen keine Gültigkeit mehr. Aus diesem Grunde muss heute der Vorstand abweichend von der normalen Wahlperiode, teilweise neu gewählt und ergänzt werden. Sie alle sind aufgefordert, geeignete Vorschläge zu unterbreiten.

Gehen wir motiviert, zuversichtlich und mit nach vorne gerichteter Orientierung in das neue Geschäftsjahr 2009  und in Anlehnung an den Slogan  aus USA sagen auch wir:

„Yes, we can“

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Kurt Hillnhütter

Vorsitzender



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