Ponys und Pferde
Verband der Pony- und
Pferdezüchter Hessen e.V.
-
aus Hessen
Suchen Suche starten GO
-
Sie befinden sich:

JUNGZÜCHTER
Kleine Hessen ganz groß
Druckvorschau
Verband der Pony- und Pferdezüchter Hessen veranstaltet  Bundesjungzüchterwettbewerb im Dillenburger Landgestüt

Nach dem erfolgreichen Abschneiden der Jungzüchtermannschaft des Verbandes der Pony- und Pferdezüchter Hessen beim letztjährigen Bundeswettbewerb in Mecklenburg-Vorpommern, von dem die Hessen als drittbeste Mannschaft in der Gesamtwertung nach Hause kehrten, wurde der hessische Zuchtverband von der FN mit der Ausrichtung des diesjährigen Wettbewerbs betraut.

So wurde das veranstaltungserfahrene Hessische Landgestüt Dillenburg Austragungsort des 11. Bundesjungzüchterwettbewerbs, der vom 6. bis 8. Juli stattfand. Erstmals gingen neben den Mannschaften der deutschen Pferdezuchtverbände Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg-Anhalt, Hannover, Holstein, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Oldenburg, Rheinland, Rheinland-Pfalz-Saar, Sachsen-Thüringen, Westfalen und Trakehner auch zwei ausländische Mannschaften aus Dänemark und Irland an den Start, um im Vierkampf aus Theorie, Freispringen, Pferdebeurteilung und Vormustern auf der Dreiecksbahn die besten Jungzüchter „Deutschland international“ zu ermitteln. Dafür standen ihnen rund 50 Pony- und Warmblutstuten zur Verfügung, die von Klaus Biedenkopf, Geschäftsführer des hessischen Pony- und Pferdezuchtverbandes sowie von Zuchtleiter Florian Solle und den unermüdlichen Helfer aus der hessischen Züchterschaft „rekrutiert“ hatten. 

"Erbarmen - zu spät - die Hesse komme!" Mit dem Schlachtruf der Rodgau Monotones auf ihren knallroten T-Shirts war die Jungzüchtermannschaft des Verbandes der Pony- und Pferdezüchter Hessen in Dillenburg nicht zu übersehen – und, wie Insider berichteten, beim Feiern auch nicht zu überhören. Unter Leitung ihrer erfahrenen Mannschaftsführerin und Jungzüchterbeauftragten Claudia Hoffarth vertraten Jennifer Grieb, Theresa Gödel, und Eileen Nicolai in der Altersklasse I (14-18 Jahre) und Lisa-Maria Kubetz, Franziska Becker, und Dina Kuschka in der Altersklasse II (19-25 Jahre) die hessischen Farben.

Unterstützt wurden die beiden Mannschaften durch die Reservisten Malte Hoffarth und Christina Dörr, die nicht nur bei der Peitschenführung glänzten.

Gleich nach dem Eintreffen und der Begrüßung ging es bereits am Freitagnachmittag für die Teilnehmer mit der theoretischen Prüfung los. In der Altersklasse I erreichte in der Theorie Eileen Nicolai als neunte einen Platz unter den ersten Zehn, während bei den älteren Jungzüchtern mit Dina Kuschka, Lisa-Maria Kubetz und Franziska Becker gleich das ganze Hessen-Team mit brillantem Wissen aufwarten konnte. Gemeinsam mit Verena Hermann (Sachsen-Thüringen) und Georgia Schulze-Lefert (Westfalen) sicherten sich die drei den Sieg in dieser Teildisziplin. Nach der Theorie stand für die Jungzüchter das Freispringen auf dem Programm. Hierbei waren bei den vom Dillenburger Sattelmeister Ingo Rüsen geschickt ausgewählten Pferden (das Spektrum reichte vom echten „Kracher“ bis zum mäßig talentierten „Hüpfer“) die Gangarten Trab und Galopp sowie Springmanier und Springvermögen zu bewerten. Platz drei für die „jungen“ Jennifer Grieb und Platz acht für Eileen Nicolai waren die Ausbeute für den hessischen Ponyzüchterverband, ihre älteren Kameradinnen landeten in dieser Teilprüfung im Mittelfeld.

Nach fröhlicher Jungzüchterfete und einer für einige Teilnehmer nicht allzu langen Nacht stand am nächsten Morgen auf dem großen Paradeplatz des Landgestüts neben der Pferdebeurteilung die „Königsdisziplin“ Vormustern auf dem Programm. Offensichtlich hatte der Wettergott die Stoßgebete von Klaus Biedenkopf erhört („Alles, nur kein Sturm, Regen, Hagel, Schnee oder Glatteis“) und ließ alle Zwei- und Vierbeiner im Trockenen stehen. Nachdem die Mannschaften per Los ihre Vorführpferde ermittelt hatten, ging es auf dem Paradeplatz gleich auf zwei Dreiecksbahnen parallel los: auf der einen wurde gemustert, auf der anderen beurteilt. Bei der Pferdebeurteilung ging es um die Bewertung von drei Pferden nach den in der Zuchtbuchordnung verankerten Beurteilungskriterien.

Hier schlugen sich die beiden hessischen Teams tapfer, aber unplatziert. Besser lief es dann beim Vormustern. Bei dieser Disziplin geht es um die geschickte und korrekte Vorstellung des Pferdes auf der Dreiecksbahn.

Geschickt und korrekt bedeutet: sicheres Aufstellen, fleißiger und gerader Schritt, taktsicherer Trab ohne angaloppieren (hier ist das Einfühlungsvermögen des Peitschenführers gefordert) sowie geschicktes Wenden und Wiederhinstellen. Insgesamt soll die gesamte Vorführung durch ein harmonisches Miteinander von Vorführer und Pferd geprägt sein. Allein die praktische Umsetzung dieser Anforderungen ist schon schwierig genug, bei dem Bundeswettkampf kommt aber noch erschwerend hinzu, dass die Teilnehmer die vorzustellenden Pferde bzw. Ponys nicht kennen und vor der Musterung nur fünf Minuten Zeit haben, sich auf dem Vorbereitungsplatz auf „ihren“ Vierbeiner einzustellen. Und nicht immer waren die Pferde so problemlos zu handhaben wie die beiden Stuten Donna Paloma K (Besitzer: Sigrid Kraft, Kirchhain) und Gwen (Besitzer: Cordula Mohs, Pohlheim), die mit einem Sonderehrenpreis als beste Vorführpferde des Wettkampfes geehrt wurden. Das Fazit dieser Teilprüfung aus Hessensicht: zweimal Platz neun durch Theresa Gödel (Altersklasse I) und Dina Kuschka (Altersklasse II).

„Für mich war heute das Richten vom Feinsten, weil die Vorführkünste aller Teilnehmer auf sehr hohem Niveau lagen. Besonders die ‚kleinen’ Hessen haben eindrucksvoll gezeigt, dass sie sich im Reigen der ‚großen’ Zuchtverbände wie Hannover oder Westfalen ausgezeichnet schlagen können. Durch die Bank weg haben sie sehr professionell ihre Aufgabe erledigt und sich mit ansprechenden Vorführungen richtig gut verkauft“, beurteilte Christoph Brückmann, Gestütsleiter und Mitglied des Dillenburger Richterteams, die Leistungen der beiden hessischen Teams auf der Dreiecksbahn, die unter dem lautstarken Jubel ihrer Fangruppe mit einem vierten (Altersklasse I) und einem dritten (Altersklasse II) Platz in der Mannschaftswertung belohnt wurden. Auch in der kombinierten Einzelwertung waren die Hessen oben mit dabei: In der Altersklasse I kam Eileen Nicolai auf Platz sieben, während Theresa Gödel und Jennifer Grieb sich Platz zwölf teilten. In der Altersklasse II erreichte Franziska Becker sogar den fünften Platz – noch vor ihren Konkurrenten aus Westfalen und Hannover - , gefolgt von Dina Kuschka auf Platz zehn und Lisa-Maria Kubetz an siebzehnter Stelle.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es die obligatorische Überreichung der Ehrenpreise, deren Höhepunkt die Ehrung des Einzel- und Mannschaftschampions über alle Wettbewerbe und Altersklassen war. Aus den Händen der Ehrengäste Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer Bereich Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (der kurzentschlossen noch in Dillenburg die Austragung des 12. Bundesjungzüchterwettbewerbs an den Holsteiner Verband vergab), Dr. Erhard Heinz,  Hessisches Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Dillenburgs Bürgermeister Michael Lotz und „Hausherrn“ Landstallmeister Uwe Xanke, - dem, wie Klaus Biedenkopf ausdrücklich betonte, ganz besonderer Dank gebührte für die hervorragenden Gastgeberqualitäten seines Gestüts – nahmen die Westfalen den überdimensionalen Pokal für den Gesamtsieg in der Mannschaftswertung entgegen. Silber ging an Bayern, Bronze an Hannover. Mit nur einem einzigen Punkt Rückstand auf Hannover folgten die Hessen auf dem undankbaren vierten Platz. Ins Hessenland ging jedoch der Einzeltitel des besten deutschen Jungzüchters, allerdings nicht an die heimischen Ponyzüchter, sondern „nur“ an einen befreundeten Verband: Jungzüchter-Bundeschampionesse 2007 wurde die aus Hessen stammende Annika Lutz vom Trakehnerverband, deren Sieg minutenlang auf dem Dillenburger Paradeplatz den Elch toben ließ. Gemeinsam auf den zweiten Platz kamen Lukas Kückelhaus aus Westfalen und Verena Hermann aus Sachsen-Thüringen, die sich die Silbermedaille teilten. Beste Jungzüchterin des hessischen Pony- und Pferdezüchterverbandes wurde Franziska Becker, die gemeinsam mit Sabrina Sgodzaj vom Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar in der Gesamtwertung einen hervorragenden achten Platz belegte.

Nachdem (fast) alles vorbei war – lediglich die heiße, lautstarke und lange Disco-Nacht bis in die frühen Morgenstunden stand noch aus – konnte sich endlich auch das Organisationsteam um Geschäftsführer Klaus Biedenkopf und Verbandsvorsitzenden Kurt Hillnhütter entspannt zurücklehnen und gemeinsam mit ihren rührigen Helfern aus dem Dillenburger Landgestüt die vielen Komplimente, die sie von allen Seiten für die rundum gelungene Veranstaltung bekamen, genießen. Dairine O’Connor vom Irish Horse Board brachte es auf den Punkt: „It was great!“

Brigitte Rotter

Rang Verband AK 1 AK 2 AK 1 und AK 2 zusammen
1 Westfalen 1036 1009 2045
2 Bayern 996 1024 2020
3 Hannover 1004 1007 2011
4 Hessen 990 1020 2010
5 Brandenb.-Anh. 958 1006 1964
6 Meckl.-Vorp. 958 1003 1961
7 Schl.-Holstein 957 994 1951
8 Sachsen-Thür. 924 1026 1950
9 Trakehner 915 995 1910
10 Ba-Wü 960 931 1891
11 RPS 913 927 1840
12 Dänemark 925 900 1825
13 Rheinland 885 918 1803
14 Irland 855 822 1677

Einzelergebnisse der Altersklasse I

Einzelergebnisse der Altersklasse II


zurück | Seitenanfang
Verband der Pony- und Pferdezüchter Hessen e.V. | 64347 Griesheim | (0 61 55) 8 25 69 34 | E-Mail: vphessen(at)t-online.de