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Bäuchlings auf den Biertisch

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Beim 2. Oberurseler Hallencup des Reit- und Fahrvereins St. Georg wird den Zuschauern allerhand geboten: Premiere feiert das Kutschen-Biathlon.

Bei Dressurwettbewerben kann man Stecknadeln fallen hören, beim Springreiten gibt es schon einmal Szenenapplaus, und beim Fahrsport brennt die Luft. In der großen Halle des Reit- und Fahrvereins St. Georg gab es beim 2. Oberurseler Hallencup keinen freien Platz mehr auf der Tribüne – und für die Zuschauer kein Halten mehr. Der Gastgeberverein, der keine Teilnehmer ins Rennen geschickt und sich aufs Organisieren beschränkt hatte, zählt zu den wenigen Reitvereinen, die das „F“ für Fahren noch zu Recht im Namen tragen.

Der RuF hatte sich mit dem Oberurseler Uwe Fuchs wieder einen Profi im Organisieren von Kutschturnieren und Parcourschef ins Boot geholt. Es gab fünf reguläre Prüfungen, alles kombinierte Hindernisfahrten mit Geländehindernissen für Ein- und Zweispänner für Ponys und Großpferde. Mit der fünften Prüfung wurde quasi Geschichte geschrieben: Kutschen-Biathlon, das gab’s zumindest in Deutschland noch nie. Acht Zweispänner waren am Start, wobei den Teams Freiwillige aus dem Publikum zugeordnet wurden. Wie beim Staffellauf musste der Fahrer nach Absolvieren des Parcours dem Helfer einen Klaps geben, der spurtete dann durch die Halle, hüpfte bäuchlings auf einen Biertisch, nahm das Laserpointer-Gewehr zur Hand und versuchte, wie beim Biathlon, fünf Scheiben zu treffen. Der Sieg ging an das Team Monika Prinz (PUK Schönbach) mit Miranda und Wups.

Spektakulär war auch das abschließende Vierspännerfahren mit Ponys: Vier Gespanne waren in zwei Umläufen am Start. Sieger wurde Sven Böcking (RFV Driedorf), der mit Ben, Betty, Hermine und Hesa offenbar genau das richtige Quartett an den Leinen hatte, sich nach 90,27 Sekunden im ersten Umlauf im Finale noch einmal knapp drei Sekunden abnahm und nach 87,53 Sekunden ins Ziel kam.

Der Beifahrer sagt an

Beim kombinierten Hindernisfahren sind nicht nur feste Hindernisse mehrfach zu durchfahren, sondern auch Kegelpaare, deren Abstand je nach Leistungsklasse etwa 20 bis 50 Zentimeter weiter ist als die Wagenspur. Der Beifahrer (Groom) ist nicht nur Ballast, er stabilisiert in schnellen Kurven die Kutsche durch Gewichtsverlagerung und sagt dem Fahrer häufig laut rufend die Linienführung beziehungsweise den Weg durch die Hindernisse an. Legt er sich auf die falsche Seite, kann das, wie im Vorjahr geschehen, die Fuhre zum Umkippen bringen. Hängt er sich auf der richtigen Seite zu weit aus dem Fenster, kann er unterwegs verloren gehen, was, wie jüngst einmal geschehen, zum Ausscheiden des Teams führt.

von Alexander Schneider

 

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