Verband der Pony- und
Pferdezüchter Hessen e.V.
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Hessen Power: Top Engagement für den Zuchtfortschritt

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Der Karfreitag steht im IPZV-Landesverband Hessen schon seit vielen Jahren traditionell im Zeichen der Zucht. Und auch 2014 hat Ressortleiterin Annika Wiescher in Zusammenarbeit mit dem hessischen Zuchtverband  dieses Datum für eine Einladung interessierter Züchter genutzt: in Alsfeld-Eudorf  gab's sowohl eine Erörterung der modernen Beurteilungs-Systeme (Fohlen, Jungpferde, geritten) durch Henning Draht sowie anschließend eine spannende Reise durch WorldFengur mit Christin .

Annika Wiescher und Klaus Biedenkopf ehrten die erfolgreichen
Züchter der Fohlenreise 2013
Henning Draht erörterte die modernen Beurteilungssysteme
Kristin Halldorsdottir erläuterte die Datenbank World Fengur

Eine ausgesprochen gute Runde mit Teilnehmern aus Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, die nicht nur einfach engagiert ihrem Hobby nachgehen, sondern wo man gleichermaßen professionell und mit viel Herzblut darum ringt, möglichst gute und nicht möglichst viele Islandpferde einem zu Recht anspruchsvollen Markt bereitstellen zu können. Im Anschluss an finden Sie  ein Interview mit Klaus Biedenkopf, dem Geschäftsführer des Hessischen Pony- und Pferdezuchtverbandes, der diese Veranstaltung darüber hinaus nutzte, eine Züchterehrung für die Züchter der erfolgreichsten Fohlen der Hessischen Islandfohlenreise 2013  vorzunehmen.

isibless: Es ist Feiertag und diesen widmen ganz engagierte hessische Züchter natürlich ihrer Leidenschaft. Das ist eine sehr engagierte und konstruktiv diskutierende Gruppe bei dieser Fortbildung. Wie siehst Du persönlich und auch aus professioneller Warte deshessischen Zuchtverbandes die Motivation der Züchter hier im Lande?

Biedenkopf: Zunächst einmal stimmt die Beobachtung: die Leute hier sind extrem engagiert, wollen sich kontinuierlich weiterbilden und schätzen - glaube ich - den Dialog nicht nur auf Prüfungsveranstaltungen, sondern auch bei solchen Begegnungen wie dieser sehr. Man wünscht sich natürlich immer, dass man mit seinen Angeboten möglichst viele Züchter erreicht. Und ich glaube einfach, Annika Wiescher als Rassevertreterin  hat mit der Themenauswahl ins Schwarze getroffen. Selbstverständlich ist es immer  wichtig, solche Aspekte wie Anpaarung, züchterische Hintergründe etc. zu erörtern. Es sind aber genau die heutigen Themen, wie im Detail die Zuchtprüfungen ablaufen, warum und nach welchen Prinzipien wir bei der Beurteilung von Fohlen, Jungpferden und gerittenen Islandpferden verfahren und worin genau der Wert dieses in Deinem Vortrag sehr anschaulich beschriebenen „Dreiklangs“ besteht, Das fand ich richtig stark, weil es ganz praktisch nützlich ist.

Ich kann ganz persönlich feststellen, dass es sehr lehrreich und interessant war, diese Themen einmal ganz systematisch aufbereitet vorgestellt zu bekommen. Wir alle kennen zwar grundsätzlich die Materie, aber man macht ja vieles auch einfach aus Gewohnheit heraus  und hinterfragt nicht unbedingt immer in jedem Punkt die Sinnhaftigkeit. Sich wirklich einmal ganz konzentriert den Wertungssystemen und ihrer Dokumentation zu widmen - lineare Beurteilung, die Erfassung aller Beschreibungen und Merkmale über die neue App, FIZO-Grundlagen und praktische Details, die Schnittstellen-Funktion von WorldFengur, nicht nur für genetischen Kontext und Eigenleistung, sondern sogar die Nützlichkeit in Richtung Sport - das war echt gut.

Man stellt einfach immer wieder fest, dass es wichtig ist, möglichst viele Pferde möglichst vollständig geprüft zu bekommen. Und zwar als Fohlen, als Jungpferd und später dann geritten in der FIZO-Leistungsprüfung. Nur so wissen die Züchter, wo sie stehen. Leider gibt es immer noch zu viele Vorbehalte gegen die verschiedenen Prüfungsformen, insbesondere gegen die gerittene FIZO-Prüfung. Wie wir diese Barrieren gemeinsam abbauen oder doch zumindest reduzieren können und wie man helfen kann, Anreize zur Vorstellung von mehr Pferden - gerade auch von Stuten - zu schaffen, daran sind wir als Zuchtverband gern bereit mitzuarbeiten. Das sollte man in Ruhe diskutieren und bestimmt gibt es einen Weg.

isibless: Es ist festzustellen, dass sich die Akzeptanz der Zuchtprüfungen aktuell ganz grundsätzlich auch dadurch erhöht, dass es seitens der Richter eine immer besser ausdifferenzierte Beschreibung der geprüften Merkmale gibt. Da kriegt man nicht nur „einfach so“ Noten gesagt, denen man als Züchter oder als interessierter Beobachter ggf. nicht immer folgen kann, sondern es wird zunehmend besser erklärt …

Biedenkopf: … absolut korrekt und das halte ich auch für enorm wichtig, dass wir uns alle gemeinsam für möglichst große Transparenz einsetzen. Ob das bei einer Fohlenprüfung ist oder bei einer FIZO unter dem Reiter. Das Kommentieren der Beurteilungen, Reiter und Publikum an der Notenvergabe teilhaben zu lassen, das ist schlicht und ergreifend unabdingbar. Es hilft beim Verständnis und es macht den ganzen Themenkomplex Zuchtprüfung spannender und unterhaltsamer für eine größere Gruppe an Pferdefreunden, die gern mehr davon erkennen und entdecken wollen. Da dürfen die Prüfungen kein Buch mit sieben Siegeln für eine kleine Insider-Gruppe bleiben. Wir sind also auf dem richtigen Weg.

Ich selbst habe mich früher mit den reinen Noten z.B. bei so einer Junghengst-Prüfung deutlich schwerer getan als heute, wo ich sehe: man arbeitet mit einem linearen Beurteilungsbogen, anhand dessen und der Vergabe von Kreuzchen entlang der gut ausformulierten Leitgedanken, kann ich sowohl die Beschreibung des Pferdes wie auch seine Benotung gut nachvollziehen. Das ist übrigens etwas, wo die Islandpferde absolut beispielhaft sind. Im Warmblut-Bereich gibt es inzwischen auch einige Verbände, die ebenfalls mit einen linearen Bewertungssystem arbeiten.

Und noch etwas wird ganz deutlich: wir haben ja heute Nachmittag auch mehrere Pferde-Beispiele angeschaut, eines davon per Video von der WM. Die Beschreibung dieses wunderschönen Pferdes aus der FIZO-Beurteilung stimmt genau - und natürlich sind wir als Hessen besonders stolz darauf, dass die Sieger-Stute hier gezogen wurde. Auch die Noten dokumentieren ihre absolute Weltklasse, keine Frage. Aber Du hast ja, ohne den Pferdenamen zu nennen,  einfach mal die Einzel-Merkmale und ihre Beschreibung an die Wand geworfen, und da entstand vor dem inneren Auge sehr gut ein Pferd, das genau die harmonischen Gegebenheiten des  Gebäudes und die überragenden Gänge sowie die Gesamtausstrahlung mitbrachte,  wie man sie aus den einzelnen Bewertungselementen entnehmen konnte. Und wenn das entsprechend stimmig ist, was auch den Gesichtern unserer Teilnehmerrunde bei der "Enthüllung" und bei ihren Videobildern eindeutig zu entnehmen war, dann weiß man: das System funktioniert.

isibless: Danke schön für’s Gespräch und jetzt ein frohes Osterfest.

Henning Draht

Quelle: http://www.isibless.de/article.cfm?id=7814


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